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Terminquote verbessern: die Stellen, an denen es wirklich klemmt
Die Terminquote hängt öfter an der Liste als am Gesprächsleitfaden – und an einem einzigen Satz am Ende.
Kurz gesagt
- Wer die Terminquote verbessern will, braucht zuerst eine saubere Zahl: fest vereinbarte Termine geteilt durch die Menschen, die du tatsächlich erreicht hast. Wählversuche gehören nicht in den Nenner.
- Der größte Hebel ist die Liste, nicht der Gesprächsleitfaden. Wen du ansprichst, wirkt stärker als das, was du sagst.
- Der zweitgrößte Hebel ist ein einziger Satz: zwei konkrete Zeiten statt einer offenen Frage nach einem Termin.
- Miss drei Wochen lang mit vier Feldern, bevor du etwas änderst. Unter dreißig Kontakten je Herkunft ist jede Quote Zufall.
Terminquote: erst definieren, dann verbessern
Die Terminquote ist die Zahl der fest vereinbarten Termine geteilt durch die Zahl der erreichten Personen. Erreicht heißt: Der Mensch hat mit dir gesprochen oder auf deine Nachricht geantwortet. Wählversuche gehören nicht in den Nenner, sonst misst du deine Telefonanlage und nicht deine Gespräche.
Leg außerdem fest, was als Termin zählt: ein Datum mit Uhrzeit, das in beiden Kalendern steht. Nicht „melde mich nächste Woche wieder“, nicht „grundsätzlich Interesse“. Wer diese Fälle mitzählt, hat eine schöne Quote und einen leeren Kalender.
Und trenn die Quote nach Herkunft. Ein Empfohlener, der sich selbst bei dir gemeldet hat, ist ein anderer Fall als ein Bestandskunde nach drei Jahren Funkstille, und beide sind ein anderer Fall als eine gekaufte Adresse. Eine gemeinsame Zahl über alle drei ist ein Mittelwert ohne Aussage.
Erst messen, dann drehen
Drei Wochen mitschreiben, bevor du irgendetwas änderst. Ohne Ausgangswert weißt du hinterher nicht, ob der neue Leitfaden gewirkt hat oder ob du zufällig eine gute Woche hattest.
Notiere je Kontakt vier Felder: Datum, Herkunft, erreicht ja oder nein, Termin ja oder nein. Vier Felder, mehr nicht. Ein größeres Formular füllst du nach zwei Tagen nicht mehr aus, und dann hast du gar keine Daten.
Als Faustregel: Unter dreißig Kontakten je Herkunft ist jede Quote Rauschen. Wer aus zwölf Anrufen mit zwei Terminen eine Quote von 17 Prozent ableitet, misst den Zufall und trifft danach falsche Entscheidungen.
Schau dir zusätzlich an, an welcher Stelle die Leute abspringen: nicht erreicht, erreicht aber kein Interesse, Interesse aber kein Datum. Das sind drei verschiedene Probleme mit drei verschiedenen Gegenmitteln. Der dritte Fall ist der ärgerlichste und der am leichtesten zu behebende.
Terminquote verbessern: die sechs Hebel nach Wirkung
Die Reihenfolge ist wichtiger als die Liste selbst. Die meisten Berater fangen unten an, beim Leitfaden, und wundern sich, dass sich nichts bewegt.
- Die Liste. Wen du ansprichst, entscheidet mehr als jeder Satz, den du sagst. Zufriedene Bestandskunden mit einem konkreten Anlass sagen deutlich häufiger zu als kalte Adressen.
- Der Anlass im ersten Satz. „Deine Berufsunfähigkeitsversicherung ist von 2014“ schlägt „Ich wollte mal fragen, ob du Bedarf hast“. Ohne Anlass ist jedes Gespräch ein Verkaufsgespräch, und darauf hat niemand Lust.
- Der Kanal. Nimm den, in dem der Mensch dir zuletzt selbst geantwortet hat. Wer nie ans Telefon geht, geht auch beim vierten Versuch nicht ran.
- Die Terminfrage. Zwei konkrete Vorschläge statt einer offenen Frage. Das ist der Satz, an dem die meisten Gespräche mit gutem Verlauf trotzdem enden.
- Die Dauer. Nenn sie. „Zwanzig Minuten“ ist eine Zusage, die der andere überschauen kann. Ein Gespräch ohne genanntes Ende ist ein offenes Risiko im Kalender.
- Das Nachfassen. Ein zweiter Versuch nach drei bis vier Tagen, in einem anderen Kanal als der erste. Danach ist Schluss. Ab dem dritten Versuch rückt die Grenze näher, die § 7 Abs. 1 UWG zieht: Werbung gegen den erkennbaren Willen des Empfängers ist unzulässig.
Die Terminfrage: der Satz, an dem es hängt
Formuliere den Termin als Vorschlag, nicht als Bitte um Erlaubnis. „Passt es dir mal?“ ist keine Frage, auf die jemand mit Ja antworten kann. Sie verlangt vom anderen, dass er den Kalender holt, eine Zeit sucht und die Verantwortung übernimmt. Das tut er nicht.
Ein Terminvorschlag besteht aus vier Teilen: Anlass, Nutzen, Dauer, zwei Zeiten. In dieser Reihenfolge, in vier Sätzen.
Beispiel: „Herr Krause, Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung ist von 2014, damals haben Sie deutlich weniger verdient. Ich würde mit Ihnen durchgehen, ob die Rente noch reicht. Das dauert zwanzig Minuten. Passt Dienstag um 9:30 oder Donnerstag um 16:00 besser?“
Wenn beide Zeiten nicht passen, schlägt der andere von selbst eine dritte vor. Genau das ist der Punkt: Die Frage, ob es überhaupt einen Termin gibt, ist damit beantwortet. Es geht nur noch um das Datum.
Ein Kalenderlink zur Selbstbuchung nimmt das Hin und Her heraus und wirkt an derselben Stelle. Er ersetzt den Vorschlag aber nicht. Schick zwei Zeiten und den Link, nicht nur den Link.
Was Empfehlungen an der Terminquote ändern
Die Herkunft ist der größte Einzelfaktor, und Empfehlungen sind die stärkste Herkunft. Bei jemandem, der sich nach der Empfehlung eines Bekannten selbst bei dir meldet, ist die Terminfrage praktisch schon beantwortet. Er hat den ersten Schritt getan, du musst nur noch eine Zeit anbieten.
Der schnellste Weg zu einer besseren Terminquote ist deshalb oft gar keine Gesprächstechnik, sondern eine andere Liste. Fünf Empfohlene im Monat verändern die Zahl stärker als ein neuer Leitfaden.
Das heißt nicht, dass Empfehlungen die Quote von allein retten. Ein Empfohlener, der drei Tage nichts von dir hört, ist so kalt wie jede andere Adresse. Die Reaktionszeit zählt hier in Stunden.
Und es heißt nicht, dass du jeden Empfohlenen einfach anrufen darfst. Solange er nicht selbst auf dich zugekommen ist oder eingewilligt hat, gilt für den Werbeanruf bei einem Verbraucher § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG mit dem Erfordernis der vorherigen ausdrücklichen Einwilligung. Der saubere Weg ist, dass der Empfohlene den ersten Schritt macht.
Die rechtlichen Sätze in diesem Text geben den Wortlaut der Normen wieder, mehr nicht. Ob deine Einwilligung im Einzelfall trägt und ob dein Erstkontakt zulässig ist, prüft ein Anwalt.
Wann eine hohe Terminquote ein schlechtes Zeichen ist
Neunzig Prozent Terminquote heißen meistens nicht, dass du gut fragst. Sie heißen, dass du zu leicht zusagst: Termine ohne Anlass, Termine mit Leuten, die nur höflich sind, Termine, die dich zwei Stunden Fahrt kosten und nichts ergeben. Ein Nein im Gespräch ist billiger als ein Termin, der nicht hätte stattfinden sollen.
Die Terminquote ist außerdem nur ein Drittel der Strecke. Danach kommen die No-Show-Quote und die Abschlussquote. Wer nur die erste Zahl optimiert, verschiebt das Problem nach hinten und merkt es erst am Monatsende.
Und sie lässt sich fälschen, vor allem vor dir selbst. Wer „meldet sich wieder“ als Termin verbucht, hat eine bessere Zahl und dieselbe leere Woche. Zähl nur, was mit Datum und Uhrzeit im Kalender steht.
Zuletzt geprüft am 09. September 2026.
Häufige Fragen
Was Berater dazu meistens fragen
Häufige Fragen
Was ist eine gute Terminquote?
Es gibt keine Zahl, die für alle gilt, und jede Prozentangabe ohne Angabe der Herkunft ist wertlos. Bei zufriedenen Bestandskunden mit einem konkreten Anlass liegt sie deutlich höher als bei gekauften Adressen. Belastbar ist nur dein eigener Vorwert: Miss drei Wochen, ändere eine Sache, miss drei weitere Wochen. Vergleiche dich mit dir selbst, nicht mit Zahlen aus einem Vertriebsseminar.
Wie oft darf ich nachfassen?
Zweimal, dann ist Schluss. Der erste Versuch, ein zweiter nach drei bis vier Tagen in einem anderen Kanal, danach eine Notiz und der nächste Name. Ab dem dritten Versuch sinkt die Ausbeute deutlich und der Ärger steigt. Wichtig ist die Formulierung: Beim zweiten Mal wiederholst du den Anlass und nennst wieder zwei Zeiten, statt zu fragen, ob die Nachricht angekommen ist.
Telefon oder Nachricht: was bringt mehr Termine?
Der Kanal, in dem der andere dir zuletzt geantwortet hat. Am Telefon bekommst du sofort eine Antwort, wenn jemand abnimmt – nur nimmt selten jemand ab, und bei Verbrauchern brauchst du für einen Werbeanruf nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG die vorherige ausdrückliche Einwilligung. Eine Nachricht erreicht mehr Menschen, wird aber leichter ignoriert. Die Kombination umgeht beides: schreiben, und nach der Antwort telefonieren.
Warum sagen Bestandskunden ab, obwohl sie zufrieden sind?
Meistens, weil der Anlass fehlt. Ein zufriedener Kunde hat kein Problem, das er lösen will, also ist dein Termin für ihn ein Termin ohne Zweck. Zufriedenheit öffnet die Tür, sie füllt aber nicht die Tagesordnung. Nenn deshalb im ersten Satz, was sich in seinem Vertrag oder in seinem Leben geändert hat, und im zweiten, was er von den zwanzig Minuten hat. Ohne diese beiden Sätze ist Freundlichkeit alles, was du bekommst.
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Empfehlungen sind kein Zufall, sondern ein Ablauf.
Bestandsgold schlägt dir täglich die Kunden vor, bei denen es sich gerade lohnt. Du gibst frei, den Rest macht das System.