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Für Immobilienmakler

Immobilienmakler empfiehlt man im Notartermin oder nie.

Empfehlungen für Immobilienmakler haben ein Zeitproblem. Dein Kunde verkauft einmal in fünfzehn Jahren. Nach der Beurkundung gibt es keinen Vertrag, keinen Beitrag und keinen Jahrestermin, der euch wieder zusammenbringt. Der Kontakt endet auf dem Höhepunkt.

Es geht hier um die vier Momente, in denen ein Makler wirklich gefragt werden kann, und um die Pflichten aus § 34c GewO, dem Geldwäschegesetz und § 7 UWG. Wie das Verschenken abläuft, ist unter „So funktioniert es“ beschrieben.

  • Ohne Kreditkarte
  • Auftragsverarbeitungsvertrag liegt bei
  • Monatlich kündbar

Der Unterschied

Was sich ändert

So läuft es heute

  • Nach der Beurkundung endet der Kontakt. Käufer und Verkäufer verschwinden in zwei Richtungen, und niemand meldet sich wieder.
  • Deine alten Vorgänge liegen in der Maklersoftware, im Postfach und in einer Excel-Datei. Niemand weiß, wer davon zufrieden war.
  • Neue Aufträge kommen über Portale, Anzeigen und gekaufte Leads. Der Preis pro Kontakt steigt, die Qualität nicht.
  • Bekommst du doch einmal einen Namen genannt, rufst du kalt an. § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG untersagt das ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung.
  • Die eigentliche Empfehlungsfrage stellst du nie, weil du im Notartermin an Kaufpreisfälligkeit und Grundschuld denkst und nicht an Akquise.

So läuft es mit Bestandsgold

  • Aus abgeschlossenen Vorgängen wird wieder eine Liste, die sich meldet – Käufer und Verkäufer getrennt gezählt.
  • Der Notartermin, die Schlüsselübergabe und das erste Jahr im neuen Zuhause stehen als Anlass fest.
  • Kein Zettel mit „Bruder vom Käufer, ruf mal an“ liegt mehr auf deinem Schreibtisch.
  • Deine Erlaubnis nach § 34c GewO ist voreingestellt, die Sachwertgrenze wird beim Speichern geprüft.
  • Der Empfohlene kommt als gebuchter Termin zu dir und nicht als Formularkontakt aus einem Portal.

Anlässe

Wann in deinem Geschäft gefragt wird

  1. 01

    Der Notartermin

    Beurkundung, Unterschriften, Erleichterung auf beiden Seiten des Tisches. In diesen zwanzig Minuten sind Käufer und Verkäufer gleichzeitig gelöst und dir gegenüber wohlwollend wie nie wieder.

  2. 02

    Die Schlüsselübergabe

    Das Protokoll ist unterschrieben, der Käufer steht zum ersten Mal allein in seinen Räumen. Er telefoniert an diesem Abend ohnehin die halbe Familie durch.

  3. 03

    Nach der Kaufpreiszahlung

    Das Geld ist auf dem Konto des Verkäufers, die Sache ist erledigt und der Ärger vergessen. Wer gerade einen sechsstelligen Betrag bekommen hat, denkt selten schlecht über den Makler.

  4. 04

    Ein Jahr nach dem Einzug

    Die Kisten sind weg, die erste Nebenkostenabrechnung ist da, die Wohnung fühlt sich nach Zuhause an. Der Kontakt ist alt genug, dass eine Nachricht auffällt, und jung genug, dass man sich gern erinnert.

Zum Nachlesen

Was du dazu wissen solltest

Warum Empfehlungen für Immobilienmakler nach dem Notartermin verschwinden

Dein Geschäft ist episodisch. Ein Verkäufer verkauft alle zehn bis fünfzehn Jahre, ein Käufer kauft noch seltener. Du hast keinen Bestand im Sinne eines Versicherungsmaklers, sondern eine Sammlung abgeschlossener Vorgänge, die niemand mehr anfasst.

Gleichzeitig steht deine Courtage unter Druck. Seit dem 23. Dezember 2020 verlangt § 656c BGB bei Doppeltätigkeit eine hälftige Teilung, und § 656d BGB begrenzt, was der Käufer bei einseitiger Beauftragung höchstens tragen darf. Der Maklervertrag über eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus bedarf nach § 656a BGB der Textform. Weniger Spielraum beim Preis heißt: mehr Gewicht auf die Herkunft der Aufträge.

Die teuerste Herkunft ist das Portal, die günstigste ist der zufriedene Verkäufer von vorletztem Jahr. Nur führt zu ihm kein Weg zurück, weil zwischen euch kein laufendes Verhältnis mehr besteht. Deine wichtigste Angabe je Kontakt ist deshalb deine eigene Einschätzung der Zufriedenheit: Wer im Verkauf zwei Preisanpassungen mitmachen musste, steht nicht oben.

Was § 34c GewO, das Geldwäschegesetz und § 7 UWG von dir verlangen

Du arbeitest mit einer Erlaubnis nach § 34c GewO. Die Weiterbildungspflicht von 20 Stunden in drei Kalenderjahren ist für Makler am 24. Juli 2026 entfallen; § 34c Abs. 2a GewO trifft seitdem nur noch Wohnimmobilienverwalter. Als Immobilienmakler bist du außerdem Verpflichteter nach § 2 Abs. 1 Nr. 14 GwG, musst nach § 11 GwG identifizieren und Aufzeichnungen fünf Jahre aufbewahren.

Für Empfehlungsprämien gibt es im Maklerrecht kein Gegenstück zum Sondervergütungsverbot der Versicherungswelt. Die Grenze zieht das Steuerrecht: Eine Prämie an eine Privatperson kann eine sonstige Leistung nach § 22 Nr. 3 EStG sein und bleibt nur unterhalb von 256 Euro im Kalenderjahr steuerfrei. Das ist eine Freigrenze und kein Freibetrag – ab 256 Euro ist der volle Betrag steuerpflichtig, nicht nur der Teil darüber.

Das größere Risiko ist aber der Zettel mit der fremden Nummer. Ein Werbeanruf beim Verbraucher ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG unzulässig und kann nach § 20 UWG bis zu 300.000 Euro kosten; für Daten eines Dritten brauchst du zusätzlich eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 Abs. 1 DSGVO und musst ihn nach Art. 14 DSGVO informieren. Beim Verschenken entsteht dieser Datensatz gar nicht.

Nach dem Erstgespräch gilt wieder dein normales Recht: der Maklervertrag in Textform nach § 656a BGB und, außerhalb von Geschäftsräumen oder im Fernabsatz, das Widerrufsrecht nach § 312g BGB. Eine verschenkte Erstberatung ändert daran nichts.

Rechenbeispiel für 320 abgeschlossene Vorgänge

Alle Quoten in dieser Rechnung sind Annahmen, keine Messwerte. Es gibt heute einen Testkunden, also nichts Gemessenes. Ersetz die Zahlen durch deine eigenen, sonst rechnest du dir etwas schön.

Rechenbeispiel: 320 abgeschlossene Vorgänge, aus denen rund 500 Kontakte werden, weil Käufer und Verkäufer getrennt zählen. Zwei Drittel davon sind im Lauf eines Jahres ansprechbar, also 333 Ansprachen – Solo ließe 480 zu, hier begrenzt dich der Bestand. Verschenken 10 Prozent, sind das 33 Erstberatungen. Melden sich 40 Prozent der Empfohlenen, sind das 13 Gespräche im Jahr. Wird jedes sechste Gespräch ein Auftrag, sind das 2,2 Aufträge im Jahr.

Setz dagegen deine durchschnittliche Courtage je Vorgang. Liegt sie bei 6.000 Euro, trägt ein einziger zusätzlicher Auftrag das Jahresabo mit Abstand. Liegt sie niedriger, rechne die Schwelle aus, statt sie zu schätzen: Im ersten Jahr sind es 1.835 Euro je Auftrag, danach 1.615 Euro. Solo kostet 299 Euro netto im Monat bei jährlicher Zahlweise, flexibel 349 Euro, einmalig 490 Euro Einrichtung; Pro 599 Euro, Team 1.290 Euro.

Zuletzt geprüft am 09. September 2026.

Häufige Fragen

Was Kollegen vorher wissen wollen

Häufige Fragen

Meine Kunden kaufen einmal im Leben. Was soll ich sie fragen?

Du fragst sie nicht nach dem nächsten Kauf, sondern lässt sie etwas verschenken. Genau deshalb passt das Modell zu deiner Branche: Dein Kunde braucht dich selbst nicht mehr, aber er kennt Menschen, die vor einem Verkauf, einer Erbschaft oder einem Umzug stehen. Er sucht sie selbst aus, du erfährst den Namen erst, wenn sich jemand meldet.

Ich habe nur 200 alte Vorgänge. Lohnt sich das?

Mit den 40 Anfragen, die Solo im Monat enthält, ist eine Liste mit 200 Kontakten nach 5 Monaten einmal durch. Das kann reichen, wenn deine Courtage je Auftrag hoch ist, und zu wenig sein, wenn viele Kontakte kalt oder unzufrieden sind. Rechne mit deiner eigenen Courtage gegen 299 Euro netto im Monat, bevor du startest.

Ich arbeite mit einer Maklersoftware. Muss ich die ersetzen?

Nein. Objekte, Exposés und Akten bleiben dort, wo sie sind. Du exportierst eine Kontaktliste als CSV oder Excel und liest sie ein; die Dublettenerkennung fängt ab, was in dieser Branche typisch ist: derselbe Mensch als Käufer in einer Akte und als Verkäufer in einer anderen.

Zwanzig Minuten, dann weißt du, ob es passt.

Kein Verkaufsgespräch: wir gehen deinen Bestand durch und rechnen, was realistisch dabei herauskommt.