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Für Vorsorgeberater

Altersvorsorge unterschreibt man wegen Namen, nicht wegen Zahlen.

Altersvorsorge ist das Geschäft mit der längsten Bindung und der längsten Funkstille. Der Vertrag läuft dreißig Jahre, der letzte Anruf ist vier Jahre her, und dein Kunde ist sich nicht mehr sicher, ob du ihn überhaupt noch betreust.

Diese Seite beschreibt die Anlässe, die in der Vorsorge tragen, den Rhythmus, den sie verlangen, und die Grenzen beim Dankeschön. Wie das Verschenken selbst abläuft, steht einmal vollständig unter „So funktioniert es“.

  • Ohne Kreditkarte
  • Auftragsverarbeitungsvertrag liegt bei
  • Monatlich kündbar

Der Unterschied

Was sich ändert

Heute läuft es so

  • Nach der Police wird es still. Die Stornohaftung läuft aus, der Kunde meldet sich nicht, du auch nicht.
  • Neue Kunden kommen über Empfehlungen, die zufällig passieren, oder über gekaufte Leads, die parallel an drei Kollegen gingen.
  • Du weißt, dass deine Kunden zufrieden sind. Du weißt nur nicht, welcher gerade in einer Lebenslage steckt, in der er darüber spricht.
  • Wenn du fragst, fragst du nach einer Telefonnummer. Genau da steigen die meisten aus, weil sie ihren Schwager nicht ausliefern wollen.
  • Das Jahresgespräch schiebst du, weil es sich ohne Anlass nach Verkauf anfühlt.

Mit Bestandsgold

  • Du erfährst morgens, welche deiner Vorsorgekunden gerade in einer Lebenslage stecken, in der über Rente geredet wird.
  • Die Renteninformation, der Gehaltssprung, das erste Kind: Diese Anlässe fallen nicht mehr durch, weil sie auf der Liste stehen.
  • Dein Kunde nennt keine Nummer. Er verschenkt eine Erstberatung an jemanden, dem er dieselbe Ruhe gönnt.
  • Deine Erlaubnis nach § 34d oder § 34h GewO ist hinterlegt, die Sachwertgrenze wird beim Speichern geprüft.
  • Am Ende steht ein Termin, den jemand freiwillig gebucht hat, und kein Zettel mit einer fremden Nummer.

Anlässe

Wann in deinem Geschäft gefragt wird

  1. 01

    Wenn die Renteninformation kommt

    Die Deutsche Rentenversicherung verschickt sie einmal im Jahr an alle ab 27 mit mindestens fünf Beitragsjahren. Für ein paar Tage ist die Rentenlücke ein Betrag auf Papier und kein abstraktes Thema.

  2. 02

    Nach dem Gehaltssprung

    Wer befördert wird, kann mehr umwandeln: bis 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei nach § 3 Nr. 63 EStG, davon 4 Prozent auch beitragsfrei in der Sozialversicherung. Wer das gerade selbst durchgerechnet hat, erzählt es im Kollegenkreis weiter.

  3. 03

    Wenn ein Kind da ist

    Elternzeit, Teilzeit und ein zweiter Haushalt verändern jede Vorsorgeplanung. In diesem Jahr redet dein Kunde mit mehr Gleichaltrigen über Geld als in den fünf Jahren davor.

  4. 04

    Wenn die Eltern in Rente gehen

    Dein Kunde sieht am eigenen Vater, was von einem Arbeitsleben monatlich übrig bleibt. Das ist der Moment, in dem er von sich aus über Vorsorge spricht, und der Moment, in dem du nichts davon mitbekommst.

Zum Nachlesen

Was du dazu wissen solltest

Warum in der Altersvorsorge kaum jemand nach Empfehlungen fragt

Es liegt nicht am Produkt, es liegt am Abstand. Nach dem Abschluss läuft die Stornohaftung, meist fünf Jahre – so lange, wie § 169 Abs. 3 VVG die Abschluss- und Vertriebskosten für den Mindestrückkaufswert verteilt. Danach braucht der Vertrag dich nicht mehr, und zwischen Unterschrift und erstem echten Anlass liegen oft acht Jahre.

In genau dieser Zeit ist dein Kunde am zufriedensten und du am unsichtbarsten. Er hat entschieden, er hat sich erleichtert gefühlt, und er würde dich sofort weiterempfehlen. Nur fragt ihn niemand, und von allein tut es fast keiner.

Die zweite Bremse ist die Form der Frage. „Fällt dir jemand ein, den ich anrufen kann?“ verlangt vom Kunden, dass er einen Freund ausliefert. Er müsste dessen Nummer herausgeben, ohne zu wissen, was danach passiert. Die meisten antworten dann etwas Freundliches und nichts Konkretes.

Der Takt: wann du fragst und wie oft

Die Anlässe in der Vorsorge sind selten, aber scharf umrissen: die neue Renteninformation, ein Gehaltssprung, eine Geburt, ein Jobwechsel, eine Erbschaft, der Rentenbeginn im Umfeld. Dazu kommt der Arbeitgeberzuschuss nach § 1a Abs. 1a BetrAVG mit 15 Prozent des umgewandelten Entgelts, soweit der Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge spart. Seit 2022 gilt er auch für Altvereinbarungen, und in vielen Verträgen fehlt er bis heute.

Die dritte Größe neben Zufriedenheit und Anlass ist die Ruhe seit dem letzten Kontakt, und in der Vorsorge ist sie die wichtigste. Dein Verwaltungsprogramm kennt Beitrag, Laufzeit und Dynamik, aber nicht den Abstand zum letzten echten Gespräch.

Häufigkeit entscheidet über Glaubwürdigkeit. Wer zweimal im Jahr fragt, wirkt bedürftig. Ein Kunde, der vor weniger als 90 Tagen schon angefragt wurde, rutscht deshalb mit vollem Abzug nach unten, bis 180 Tagen mit halbem. Wer ablehnt, ruht je nach Grund 90 bis 365 Tage: bei „kein passender Anlass“ ein Quartal, bei „unzufrieden“ ein ganzes Jahr.

Belohnung, Einwilligung, Dokumentation

Beim Dankeschön hängt alles an deiner Erlaubnis. Als Versicherungsvermittler nach § 34d GewO darfst du Versicherungsnehmern keine Sondervergütung gewähren; geringwertig sind nach § 48b Absatz 2 Satz 2 VAG nur Zuwendungen bis 15 Euro je Versicherungsverhältnis und Kalenderjahr. Ob eine Belohnung für eine Weiterempfehlung überhaupt darunter fällt, ist nicht abschließend geklärt. Hinterlegt sind Voreinstellungen für § 34d, § 34f, § 34i, § 34c und § 34h GewO; Sachwertgrenze und Barverbot werden beim Speichern geprüft.

Für die Ansprache gilt § 7 UWG. Eigene Kunden darfst du unter den engen Voraussetzungen des § 7 Abs. 3 UWG per E-Mail erreichen: nur für ähnliche eigene Leistungen und mit Widerspruchshinweis in jeder Nachricht. Für den Werbeanruf beim Verbraucher verlangt § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG die ausdrückliche vorherige Einwilligung. An einen Empfohlenen geht nichts raus, bevor dieser sich selbst gemeldet hat.

Die Beratungs- und Dokumentationspflicht aus § 61 VVG bleibt bei dir und gehört in dein Verwaltungsprogramm, auch für Verträge aus einem verschenkten Erstgespräch. Protokolliert wird hier nur, wer wann angesprochen wurde, wer zugestimmt hat und wann eine Belohnung ausgelöst wurde. Wie dein konkreter Fall zu bewerten ist, sagt dir ein Anwalt und nicht diese Seite.

Zuletzt geprüft am 09. September 2026.

Häufige Fragen

Was Kollegen vorher wissen wollen

Häufige Fragen

Meine Kunden haben seit Jahren nichts von mir gehört. Ist eine Anfrage da nicht peinlich?

Genau dafür steht die Ruhe seit dem letzten Kontakt in der Sortierung. Ein Kunde, bei dem es sehr lange still war, wird nicht als Erstes vorgeschlagen, und die Nachricht beginnt mit dem Geschenk und nicht mit der Bitte um eine Nummer. Wenn dir ein Vorschlag trotzdem unangenehm ist, überspringst du ihn.

Was ist, wenn der Empfohlene keinen Vertrag abschließt?

Ausgelöst wird die Belohnung durch das stattgefundene Gespräch, nicht durch einen Vertrag. Das ist bewusst so gebaut: Eine Belohnung, die am Abschluss hängt, rückt deinen Kunden in die Nähe einer erlaubnispflichtigen Vermittlung nach § 34d GewO. Am Gespräch festgemacht bleibt sie ein Dankeschön – und dir bleibt auch aus einem Nein ein sauberes Erstgespräch.

Meine Kunden sind fast alle über 55. Empfehlen die überhaupt noch?

Ältere Bestandskunden haben oft die stabilsten Netzwerke und die klarsten Anlässe: Kinder im ersten Job, Enkel, Geschwister kurz vor der Rente. Über den Erfolg entscheidet der Kanal und nicht das Alter, deshalb pflegst du je Kunde, ob E-Mail oder WhatsApp passt. Wer digital nicht erreichbar ist, gehört nicht in die Liste, sondern ins Telefonat.

Zwanzig Minuten, dann weißt du, ob es passt.

Kein Verkaufsgespräch: wir gehen deinen Bestand durch und rechnen, was realistisch dabei herauskommt.