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Ansprechen und Formulieren

Bei einer Empfehlung nachfassen, ohne zu drängen

Drei Fälle, drei Antworten: der Kunde hat zugesagt, der Link ist raus, oder es kam gar keine Reaktion.

Bestandsgold · Zuletzt geprüft am · 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Klär zuerst, welcher Fall vorliegt: zugesagt und nichts passiert, Link weitergegeben und niemand meldet sich, oder gar keine Reaktion.
  • In Bestandsgold schlägt „Sanft“ Tag 3 vor, „Normal“ Tag 3 und 7, „Konsequent“ zusätzlich Tag 14. Versendet werden nur ausdrücklich freigegebene Erinnerungen.
  • Beim Empfohlenen fasst du nie nach. Ohne dessen eigene Einwilligung ist ein Werbeanruf nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG unzulässig. Die Erlaubnis deines Kunden hilft dir dabei nicht.
Inhalt dieses Beitrags

Was Nachfassen heißt

Nachfassen heißt, an eine offene Sache zu erinnern, nicht an dich. Der Unterschied klingt klein und entscheidet über die Wirkung: Die eine Nachricht nimmt dem Kunden eine Aufgabe ab, die andere legt ihm eine auf.

Bevor du überhaupt schreibst, klär, welcher Fall vorliegt. Es gibt drei, und sie verlangen drei verschiedene Reaktionen. Wer sie vermischt, drängt an der falschen Stelle und schweigt an der falschen.

Fall eins: Der Kunde hat zugesagt und nichts getan. Fall zwei: Der Link ist bei jemandem gelandet, aber es meldet sich niemand. Fall drei: Auf deine Bitte kam gar keine Reaktion. Auch ohne Reaktion kann eine ausdrücklich freigegebene Erinnerung vorgesehen sein. Prüfe vor jeder Freigabe, ob Anlass und Einwilligung weiterhin tragen.

Und ein Fall gehört dazu, in dem du gar nichts tust: wenn der Kunde ausdrücklich Nein gesagt hat. Ein Nein ist kein Zwischenstand, den man nach zwei Wochen noch einmal prüft.

Empfehlung nachfassen, wenn der Kunde zugesagt hat

Hier gibt es eine konkrete offene Zusage, an die du anknüpfen kannst. Der Kunde wollte, es kam etwas dazwischen, und inzwischen ist der Vorgang unter zwanzig anderen begraben.

Wähle Zeitpunkt und Umfang bewusst. Die Software schlägt je nach Einstellung Tag 3, Tag 7 und gegebenenfalls Tag 14 vor, gerechnet ab der versandten Anfrage. Prüfe die konkreten Texte und Termine im Freigabeblatt. Ergänze nicht versehentlich eine manuelle Nachricht zur freigegebenen Folge.

Die Erinnerung ist kürzer als der erste Anstoß, nennt den Anlass in einem Halbsatz, wiederholt den Link und enthält den Ausstieg. Zum Beispiel: „Hallo [Vorname], der Link von letzter Woche liegt noch bei dir: [Link]. Falls sich nichts ergeben hat, ist das völlig in Ordnung. Danach frage ich nicht wieder.“

Diesen letzten Satz verwendest du nur, wenn keine weitere Erinnerung mehr geplant ist. Prüfe die Folgestufen und beende sie, bevor du eine solche Zusage sendest.

Fertige Bausteine für diese Erinnerung liegen im Bereich Vorlagen, getrennt nach E-Mail, WhatsApp und dem Satz am Telefon. Ändern musst du daran nur den Anlass.

Wenn gar keine Reaktion kommt

Keine Antwort ist keine Ablehnung, aber auch keine Zusage. Ohne Reaktion können nur die zuvor ausdrücklich freigegebenen Erinnerungen folgen. In der Einstellung „Normal“ sind das als Vorschlag Tag 3 und 7; du kannst einzelne Stufen abwählen oder alle Erinnerungen ausschalten.

Nach der letzten freigegebenen Erinnerung warte den nächsten Anlass ab: die nächste geregelte Sache, das Jahresgespräch, eine gute Nachricht. Dann fragst du erneut, aber nicht mit demselben Satz und nicht mit einem Verweis auf das letzte Mal. „Ich hatte dir ja schon geschrieben“ macht aus einem Angebot eine Mahnung.

Wechsle dabei den Kanal, wenn du kannst. Wer auf eine E-Mail nicht reagiert hat, reagiert im Gespräch oft sofort, einfach weil dort keine Antwort formuliert werden muss.

Und dann gibt es die Kunden, bei denen zweimal nichts kommt. Die nimmst du aus der Empfehlungsarbeit heraus und betreust sie normal weiter. Auch das sagt dir etwas über deinen Bestand.

Die Regel: geplante Folge prüfen, danach Ruhe

Der ganze Ablauf lässt sich auf fünf Punkte bringen. Wer sie einhält, drängt niemanden.

  • Frist statt Gefühl: Prüfe im Freigabeblatt die vorgeschlagenen Tage 3, 7 und gegebenenfalls 14 und gib nur die gewünschten Stufen frei.
  • Gleicher Kanal, kürzerer Text: Die Erinnerung hat höchstens die halbe Länge des ersten Anstoßes und keine neue Begründung.
  • Ausstieg im Text: „Danach frage ich nicht wieder“ gehört ausschließlich in die letzte geplante Erinnerung. Ein Nein beendet die Folge sofort.
  • Nie beim Empfohlenen: Kein Anruf, keine Nachricht, keine Anfrage über Dritte, solange er sich nicht bei dir gemeldet hat (§ 7 Abs. 2 UWG, Art. 6 DSGVO).
  • Notiz statt Erinnerung im Kopf: Datum, Kanal und Ergebnis gehören in deine Kundenverwaltung. Sonst fragst du dieselbe Person beim nächsten Anlass zum dritten Mal.

Was Nachfassen kostet und was es nicht kann

Jede Erinnerung ist eine Abbuchung von einem Konto, auf das du sonst einzahlst. Eine Nachricht kostet fast nichts, die zweite kostet Aufmerksamkeit, die dritte kostet Vertrauen. Danach liest der Kunde deine Nachrichten anders, auch die fachlichen.

Nachfassen holt zurück, was vergessen wurde. Es erzeugt keine Bereitschaft, die vorher nicht da war. Hat der Kunde nur höflich zugestimmt, macht die dritte Erinnerung aus dem höflichen Ja ein deutliches Nein. Der Weg dorthin kostet dich mehr, als das Ergebnis wert ist.

Wenn dieselben Kunden regelmäßig zusagen und dann nichts tun, liegt das Problem meistens vor der Bitte. Entweder war der Anlass zu schwach, oder der Auftrag war zu groß: Wer eine Liste schreiben soll, schreibt keine. Wer einen Link weiterleiten soll, leitet ihn weiter oder eben nicht.

Miss das über ein Quartal statt über einen Einzelfall. Zähl, wie viele Bitten du ausgesprochen hast, wie viele Zusagen kamen und wie viele Termine daraus entstanden sind. Diese drei Zahlen sagen dir mehr über deine Empfehlungsarbeit als jede Erinnerungsnachricht.

Fundstellen

Die Gesetzestexte stehen beim Bundesministerium der Justiz, die Artikel der Datenschutz-Grundverordnung bei dsgvo-gesetz.de.

Häufige Fragen

Nach wie vielen Tagen fasse ich bei einer Empfehlung nach?

Die Produktvorschläge sind Tag 3 bei „Sanft“, Tag 3 und 7 bei „Normal“, zusätzlich Tag 14 bei „Konsequent“, jeweils nach Versand der Anfrage. Das ist kein automatischer Versandauftrag: Jede gewünschte Erinnerung braucht deine ausdrückliche Freigabe. Nach der letzten Stufe folgt keine weitere Erinnerung zu dieser Anfrage.

Darf ich den Empfohlenen anrufen, wenn er sich nicht meldet?

Nein. Ein Werbeanruf bei einem Verbraucher ist ohne dessen vorherige ausdrückliche Einwilligung nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG unzulässig. Die Einwilligung deines Kunden ersetzt sie nicht. Für Nachrichten per E-Mail oder Messenger gilt § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG entsprechend. Dazu kommt die Frage der Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO. Der erste Schritt muss vom Empfohlenen kommen.

Wie erinnere ich, ohne wie ein Verkäufer zu klingen?

Indem du an die Sache erinnerst statt an dich und den Ausstieg gleich mitschickst. Ein Beispiel: „Hallo [Vorname], mein Link von letzter Woche liegt noch bei dir: [Link]. Hat sich niemand ergeben, ist das kein Problem. Ich frage danach nicht wieder.“ Diesen letzten Satz darfst du nur verwenden, wenn tatsächlich keine weitere Erinnerung mehr geplant ist.

Was mache ich, wenn nach der Erinnerung nichts kommt?

Du hörst auf und betreust den Kunden normal weiter. Notier dir Datum, Kanal und Ergebnis, damit du beim nächsten Anlass weißt, welche Nachrichten bereits versandt wurden. Ein neuer Anstoß ist frühestens beim nächsten Anlass sinnvoll, mit anderem Satz und ohne Rückbezug auf das letzte Mal. Wer zweimal nicht reagiert hat, bleibt in der normalen Betreuung.

Den richtigen Moment zeigt dir Bestandsgold

Bestandsgold schlägt dir Kunden mit passendem Anlass vor und bereitet die Anfrage vor. Du gibst jede Anfrage frei, bevor sie rausgeht.

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