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Für Gewerbemakler

In der Gewerbeversicherung kommt der nächste Kunde vom letzten.

Gewerbeversicherung lebt von Beziehungen, die über Jahre halten. Der Handwerksmeister, den du seit acht Jahren betreust, kennt seine Bank, seinen Steuerberater und ein Dutzend anderer Unternehmer mit denselben Risiken. Gefragt hat ihn danach noch niemand.

Diese Seite ordnet die Anlässe im Firmengeschäft, den Spielraum aus § 7 UWG gegenüber Unternehmen und die zwei Grenzen beim Dankeschön. Wie das Verschenken abläuft, steht einmal unter „So funktioniert es“.

  • Ohne Kreditkarte
  • Auftragsverarbeitungsvertrag liegt bei
  • Monatlich kündbar

Der Unterschied

Was sich ändert

Heute läuft es so

  • Neue Firmenkunden kommen über Ausschreibungen, Vergleichsrechner und den Preis. Beim nächsten Angebot sitzt du wieder in derselben Runde.
  • Empfehlungen entstehen zufällig: beim Ortstermin, nach dem Schaden, im Gewerbeverein. Nachgefasst wird selten.
  • Dein Verwaltungsprogramm weiß, wann die Betriebshaftpflicht abläuft. Es weiß nicht, welcher Kunde dich weiterempfehlen würde.
  • Der Werbeanruf beim Unternehmen ist nicht generell verboten, kostet aber Stunden und landet meistens in der Buchhaltung statt beim Inhaber.
  • Wenn du fragst, dann bei den drei Kunden, die dir gerade einfallen. Immer bei denselben.

Mit Bestandsgold

  • Der regulierte Schaden und die Jahresbesprechung zählen als Anlass, statt im Ordner zu verschwinden.
  • Gefragt wird nicht mehr bei den immer gleichen drei Kunden, sondern bei denen, bei denen es gerade passt.
  • Der Unternehmer gibt dir keine Handynummer aus seinem Netzwerk, sondern verschenkt eine Erstberatung.
  • Bargeld steht im Firmengeschäft gar nicht zur Auswahl, der Sachwert wird beim Speichern gegen deine Grenze geprüft.
  • Den Gründer aus dem Umfeld deines Kunden siehst du erst, wenn er selbst einen Termin gebucht hat.

Anlässe

Wann in deinem Geschäft gefragt wird

  1. 01

    Nach der Jahresbesprechung

    Du hast Deckungssummen nachgezogen, die neue Halle aufgenommen und die Betriebsunterbrechung neu gerechnet. In diesem Moment weiß der Unternehmer genau, was du für ihn tust – vier Wochen später weiß er es nicht mehr.

  2. 02

    Wenn der Schaden bezahlt ist

    Der Leitungswasserschaden in der Werkstatt ist reguliert, das Geld ist auf dem Konto. Ein gutes Wort ist jetzt konkret und kostet den Kunden nichts.

  3. 03

    Beim nächsten Wachstumsschritt

    Der Kunde stellt den fünften Mitarbeiter ein, mietet eine zweite Halle oder gründet die GmbH neben dem Einzelunternehmen. Wer wächst, redet in diesen Wochen mit Bank, Steuerberater und mehreren befreundeten Unternehmern.

  4. 04

    Wenn jemand im Umfeld gründet

    Der Werkstattleiter macht sich selbstständig, die Tochter übernimmt den Betrieb. Gründer brauchen in den ersten Wochen Betriebshaftpflicht und Inhalt und fragen zuerst den Unternehmer, dem sie vertrauen.

Zum Nachlesen

Was du dazu wissen solltest

Warum Empfehlungen in der Gewerbeversicherung anders laufen

Ein Privatkunde kennt vielleicht fünf Menschen, für die deine Beratung passt. Ein Unternehmer kennt sein ganzes Gewerk. Er sitzt in der Innung, im Verein, in der Einkaufsgemeinschaft und redet täglich mit Leuten, die dieselben Risiken tragen wie er: Maschinen, Mitarbeiter, Ausfall, Haftung.

Dazu kommt der Wert eines einzelnen Kunden. Eine Betriebshaftpflicht mit Inhalt, Elektronik und Betriebsunterbrechung wechselt niemand nebenbei. Wer einmal drin ist, bleibt oft ein Jahrzehnt. Genau deshalb ist die Empfehlung im Firmengeschäft die teuerste Währung, die du hast, und die einzige, die du nicht kaufen kannst.

Der Haken liegt woanders. Unternehmer geben keine Kontaktdaten heraus. Wer seit zwanzig Jahren Angebote sortiert, weiß genau, was mit einer weitergegebenen Handynummer passiert. Deshalb nennt dir dein Kunde hier niemanden – er verschenkt eine Erstberatung und schickt sie selbst weiter.

Was § 7 UWG im Firmengeschäft erlaubt

Im Privatkundengeschäft ist die Grenze eng: Ein Werbeanruf beim Verbraucher ohne dessen vorherige ausdrückliche Einwilligung ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG stets eine unzumutbare Belästigung. Gegenüber sonstigen Marktteilnehmern, also Unternehmen, verlangt dieselbe Vorschrift nur die zumindest mutmaßliche Einwilligung. Das ist der Grund, warum Kaltakquise im Gewerbe überhaupt betrieben wird.

Mutmaßlich heißt nicht beliebig. Die Rechtsprechung verlangt einen sachlichen Zusammenhang zwischen deinem Angebot und dem Geschäft des Angerufenen. Ein Anruf beim Dachdecker wegen einer Bauhaftpflicht ist etwas anderes als derselbe Anruf beim Zahnarzt. Wo die Grenze im Einzelfall liegt, beurteilt ein Anwalt und keine Software.

Für E-Mail und Messenger gilt die Erleichterung nicht. § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG verlangt auch gegenüber Unternehmen die ausdrückliche vorherige Einwilligung. Nur die enge Ausnahme des § 7 Abs. 3 UWG lässt E-Mail an eigene Kunden zu: für ähnliche eigene Leistungen, ohne Widerspruch des Kunden und mit Widerspruchshinweis in jeder Nachricht. Ob sie auch WhatsApp erfasst, ist nicht geklärt. Verlass dich nicht darauf.

Belohnungen im Firmengeschäft: § 48b VAG und die Steuer

Wer Versicherungen vermittelt, darf Versicherungsnehmern keine Sondervergütungen gewähren. § 48b VAG verbietet das, und gemeint sind nicht nur Geldzahlungen, sondern auch Sachwerte. Als geringwertig gelten nach § 48b Absatz 2 Satz 2 VAG nur Zuwendungen bis 15 Euro je Versicherungsverhältnis und Kalenderjahr. Ob eine Belohnung für eine Empfehlung überhaupt darunter fällt, ist umstritten: Sie hängt nicht am eigenen Vertrag des Belohnten.

Steuerlich kommt eine zweite Grenze dazu. Geschenke an Geschäftspartner sind nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG nur bis 50 Euro je Empfänger und Wirtschaftsjahr als Betriebsausgabe abziehbar. Willst du die Zuwendung für den Empfänger steuerfrei stellen, führt der Weg über die Pauschalsteuer von 30 Prozent nach § 37b EStG. Klär das einmal mit deinem Steuerberater, dann gilt die Antwort für alle Fälle.

  • Erlaubnisart einmal hinterlegen, danach greift die Prüfung bei jeder Belohnung.
  • Barauszahlungen sind gesperrt, unabhängig von der eingestellten Erlaubnis.
  • Der Wert je Kunde und Jahr wird mitgezählt, nicht nur je Vorgang.

Zuletzt geprüft am 09. September 2026.

Häufige Fragen

Was Kollegen vorher wissen wollen

Häufige Fragen

Wirkt eine Belohnung bei Unternehmern nicht unseriös?

Das hängt daran, was du anbietest. Bargeld wirkt im Firmengeschäft schief und ist deshalb gar nicht auswählbar. Dein Kunde sucht sich die Belohnung selbst aus, bevor er verschenkt, und bekommt sie erst nach dem geführten Gespräch. Damit ist sie ein Dankeschön für Zeit und Vertrauen und keine Prämie für eine Adresse.

Darf ich einen empfohlenen Unternehmer einfach anrufen?

Gegenüber Unternehmen genügt nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG die mutmaßliche Einwilligung, das ist mehr Spielraum als bei Verbrauchern. Nötig ist es hier trotzdem nicht: Der Empfohlene bekommt den Link von deinem Kunden und meldet sich selbst. Vorher siehst du ihn nicht und schreibst ihm nicht.

Ich habe nur 80 Gewerbekunden. Lohnt sich das?

Bei 80 Kunden bekommst du nicht jeden Tag fünf neue Vorschläge. Wer vor weniger als 90 Tagen schon angefragt wurde, rutscht mit vollem Abzug nach unten, bis 180 Tagen mit halbem. Bei einem kleinen Bestand bleiben deshalb oft nur ein oder zwei Namen am Tag übrig. Rechne mit deinem Ertrag pro Firmenkunde: Wenn zwei zusätzliche Gewerbekunden im Jahr die 299 Euro netto im Monat nicht tragen, ist es für dich zu früh.

Zwanzig Minuten, dann weißt du, ob es passt.

Kein Verkaufsgespräch: wir gehen deinen Bestand durch und rechnen, was realistisch dabei herauskommt.