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Für die Baufinanzierung

Zwischen Auszahlung und Anschluss liegen zehn stille Jahre.

Empfehlungen sind in der Baufinanzierung der natürlichste Weg zum Neukunden. Wer gerade gekauft hat, wird von jedem im Umfeld gefragt, wie er es gemacht hat. Nur bist du zu diesem Zeitpunkt schon weg: Die Provision ist abgerechnet, die Akte geschlossen, der nächste Fall liegt auf dem Tisch.

Hier geht es um die Fristen, die deinen Takt vorgeben, um die Wochen zwischen Notartermin und Einweihung und um das, was § 34i GewO von dir verlangt. Den Ablauf des Verschenkens findest du unter „So funktioniert es“.

  • Ohne Kreditkarte
  • Auftragsverarbeitungsvertrag liegt bei
  • Monatlich kündbar

Der Unterschied

Was sich ändert

Wie es heute läuft

  • Die Provision kommt bei Auszahlung. Danach passiert in deinem Kontaktbuch jahrelang nichts.
  • Neukunden kommen über Vergleichsportale. Du zahlst pro Kontakt und stehst neben mehreren Wettbewerbern im selben Formular.
  • Am dankbarsten ist dein Kunde am Tag der Schlüsselübergabe. Genau dann fragst du nicht, weil du schon in der nächsten Akte steckst.
  • Wenn du doch fragst, bittest du um Namen und Nummern von Freunden. Das ist für beide Seiten unangenehm und bringt selten etwas.
  • Deine Wiedervorlage ist eine Tabelle, die niemand öffnet. Die Anschlussfinanzierung fällt dir ein, wenn die Bank schon geschrieben hat.

Wie es mit Bestandsgold läuft

  • Der Notartermin und die Schlüsselübergabe stehen als Anlass in der Liste, statt in einer Tabelle zu versanden.
  • Du meldest dich in den vier Wochen, in denen dein Kunde die Geschichte ohnehin jedem erzählt.
  • Statt Namen und Nummern verschenkt dein Kunde eine Erstberatung an jemanden, der selbst gerade sucht.
  • Die Erlaubnis nach § 34i GewO ist voreingestellt, das Barverbot greift beim Speichern der Belohnung.
  • Du bekommst Termine von Menschen, die bewusst gebucht haben, statt Formularkontakte aus einem Portal.

Anlässe

Wann in deinem Geschäft gefragt wird

  1. 01

    Der Notartermin

    Dein Kunde unterschreibt und ist erleichtert, stolz und ein bisschen erschöpft. In den vier Wochen danach erzählt er die Geschichte jedem, der stehen bleibt.

  2. 02

    Die Schlüsselübergabe

    Die Finanzierung ist abgerufen, das Haus gehört ihm. Ab hier reden Freunde, Kollegen und Geschwister über Zinsen, Tilgung und darüber, ob sie es auch schaffen.

  3. 03

    Die Einweihung nach dem Einzug

    Im Wohnzimmer steht das gesamte Umfeld deines Kunden auf einmal. Mindestens einer davon sucht selbst gerade und traut sich nicht zu fragen.

  4. 04

    Zwölf Monate vor Ende der Zinsbindung

    Du meldest dich, bevor die Bank es tut, und sprichst über die Anschlussfinanzierung. Der Anruf ist ohnehin fällig, die Frage nach einer Empfehlung passt genau dort hinein.

Zum Nachlesen

Was du dazu wissen solltest

Die stillen Jahre sind in dein Geschäft eingebaut

Nach § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB kann dein Kunde zehn Jahre nach vollständigem Empfang des Darlehens mit einer Frist von sechs Monaten kündigen. Diese Marke bestimmt den Takt deines Geschäfts. Bis dahin passiert vertrieblich fast nichts: Die Provision ist längst verbucht, der Kunde ist zufrieden, und Zufriedenheit macht keinen Lärm.

Forward-Darlehen holen das Gespräch nach vorn, je nach Bank bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung. Auch dann bleiben fünf Jahre übrig, in denen niemand mit deinem Kunden über dich spricht. Wer vorher heraus will, dem kann der Darlehensgeber nach § 502 Abs. 1 BGB eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnen – also bleibt dein Kunde, wo er ist.

Genau in dieser Zeit kauft sein bester Freund die erste Wohnung. Er landet bei einem Vergleichsportal, weil ihm im entscheidenden Moment kein Name eingefallen ist.

Empfehlungen in der Baufinanzierung entstehen im Umzugschaos

Der beste Moment ist nicht der, in dem du Zeit hast. Er ist der, in dem dein Kunde ohnehin erzählt: zwischen Notartermin und Einweihung. In diesen Wochen erklärt er zwanzigmal, wie er das mit der Bank geregelt hat. Deine Arbeit ist in dieser Erzählung der ruhige Teil, an den er sich gern erinnert. Danach verblasst sie.

Der Unterschied zur Wiedervorlage in der Tabelle ist nicht die Technik, sondern die Reihenfolge: Nicht du suchst den Anlass, der Anlass legt dir den Kunden vor. Du entscheidest in Sekunden, ob er passt.

Für den Empfohlenen zählt dabei die Herkunft der Nachricht. Sie kommt von einem Freund, der gerade selbst gekauft hat, und nicht von einem Vermittler, den er nicht kennt. Im Portal legt derselbe Mensch sechs Angebote nebeneinander.

Was du als Vermittler nach § 34i GewO beachten musst

Die Vermittlung von Immobiliar-Verbraucherdarlehen braucht die Erlaubnis nach § 34i GewO. Dafür verlangt § 34i Abs. 2 GewO die vor der Industrie- und Handelskammer abgelegte Sachkundeprüfung und den Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung. Eine gesetzliche Weiterbildungspflicht kennt § 34i nicht – die 15 Stunden je Kalenderjahr stehen in § 34d Abs. 9 GewO und treffen dich nur, soweit du auch Versicherungen vermittelst.

Für die Ansprache gilt § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG: Ein Werbeanruf beim Verbraucher ohne dessen vorherige ausdrückliche Einwilligung ist unzulässig, die Geldbuße reicht nach § 20 UWG bis zu 300.000 Euro. Deshalb bekommst du die Nummer eines Empfohlenen nie vorab – er bucht selbst oder bittet um einen Rückruf, den er doppelt bestätigt.

Nicht ersetzt wird die Arbeit rund um den Abschluss. Das ESIS-Merkblatt nach Art. 247 § 1 Abs. 2 EGBGB und die Kreditwürdigkeitsprüfung nach § 505a Abs. 1 BGB schuldet der Darlehensgeber, nicht du; beides kommt aus dem System der Bank oder deines Pools. Dein eigenes Beratungsprotokoll entsteht ebenfalls dort und nicht hier.

  • Erlaubnis-Voreinstellungen für § 34d, § 34f, § 34i, § 34c und § 34h GewO.
  • Sachwertgrenze und Barverbot prüft das System beim Speichern, nicht erst beim Versenden.
  • Keine Nachricht an einen Kunden ohne deine Freigabe.
  • Keine Nachricht an einen Empfohlenen, bevor er selbst zugestimmt hat.

Zuletzt geprüft am 09. September 2026.

Häufige Fragen

Was Kollegen vorher wissen wollen

Häufige Fragen

Meine Kunden haben gerade sechsstellig Schulden aufgenommen. Ist eine Belohnung nicht geschmacklos?

Deshalb steht am Anfang kein Geldbetrag, sondern ein Geschenk an jemand anderen. Dein Kunde verschenkt eine Erstberatung an einen Menschen, der gerade selbst sucht, und tut damit zuerst diesem einen Gefallen. Seine eigene Belohnung sucht er zwar vorher aus, sie fließt aber erst nach dem Gespräch.

Ich arbeite über einen Pool. Darf ich meine Kunden überhaupt selbst anschreiben?

Das hängt an deinem Vertrag mit dem Pool und daran, wer Verantwortlicher im Sinne der DSGVO ist. Jede Nachricht geht in deinem Namen raus und nie im Namen der Plattform. Kläre vor dem Import, ob du die Kundendaten für eigene Ansprache nutzen darfst.

Lohnt sich das bei 80 Fällen im Jahr?

Rechenbeispiel mit offengelegten Annahmen: 80 Fälle im Jahr sind nach fünf Jahren rund 400 Kunden im Bestand. Sprichst du davon 150 an und nimmst an, dass 30 verschenken und daraus 12 Erstgespräche entstehen, sind das bei einer angenommenen Abschlussquote von 30 Prozent rund vier zusätzliche Fälle im Jahr. Ob das die 299 Euro im Monat trägt, hängt an deiner Durchschnittsprovision. Alle Zahlen sind angenommen: Bestandsgold hat heute einen Testkunden, gemessene Quoten gibt es nicht.

Zwanzig Minuten, dann weißt du, ob es passt.

Kein Verkaufsgespräch: wir gehen deinen Bestand durch und rechnen, was realistisch dabei herauskommt.