Für den Photovoltaik-Vertrieb
Dein bester Vertriebler steht auf dem Dach deines letzten Kunden.
Im Photovoltaik-Vertrieb verkaufst du ein Produkt, das jeder sieht. Die Module liegen auf dem Dach, der Nachbar geht jeden Tag daran vorbei. Trotzdem kaufst du Kontakte ein. Der Grund ist selten Bequemlichkeit, sondern Takt: Nach der Abnahme geht es zur nächsten Baustelle, und der zufriedene Kunde bleibt liegen.
Diese Seite rechnet gekaufte gegen verschenkte Kontakte, zeigt die Anlässe nach dem Netzanschluss und die zwei Steuerregeln, über die deine Kunden ohnehin reden. Wie das Verschenken abläuft, steht unter „So funktioniert es“.
- Ohne Kreditkarte
- Auftragsverarbeitungsvertrag liegt bei
- Monatlich kündbar
Der Unterschied
Was sich ändert
Wie es heute läuft
- Du kaufst Kontakte ein. Bezahlt wird pro Formular, nicht pro Gespräch, und drei Wettbewerber haben dasselbe Formular bekommen.
- Nach dem Netzanschluss meldet sich niemand mehr. Die Anlage läuft, der Kontakt schläft ein.
- Deine Monteure hören auf jeder Baustelle „Mein Schwager überlegt auch“. Weitergegeben wird davon fast nichts.
- Du fragst nach Empfehlungen, wenn die Auftragslage dünn wird. Also unregelmäßig und mit Druck in der Stimme.
- Wer dich empfehlen will, soll die Nummer seines Nachbarn herausrücken. Das machen die wenigsten.
Wie es mit Bestandsgold läuft
- Bezahlt wird nicht mehr pro Formular. Der Kontakt entsteht über einen Kunden, dessen Anlage der Empfohlene vom Zaun aus sieht.
- Die Abnahme, die erste Stromrechnung und die Jahresabrechnung stehen als Anlass fest, statt vergessen zu werden.
- Was deine Monteure auf der Baustelle hören, muss nicht mehr über einen Zettel den Weg ins Büro finden.
- Der Nachbar rückt keine Nummer heraus. Er bekommt eine Erstberatung geschenkt und entscheidet selbst.
- Vermittelst du Finanzierung mit, sind § 34c und § 34i GewO als Erlaubnis hinterlegt.
Anlässe
Wann in deinem Geschäft gefragt wird
- 01
Die Abnahme auf dem Dach
Der Kunde steht neben dir, die Anlage speist zum ersten Mal ein. Stolzer wird er in den nächsten fünf Jahren nicht mehr sein.
- 02
Die erste Stromrechnung danach
Der Abschlag sinkt, und der Kunde sieht die Zahl schwarz auf weiß. Ab jetzt erzählt er die Geschichte mit einem Betrag statt mit einem Gefühl.
- 03
Die erste Jahresabrechnung
Nach zwölf Monaten liegt der Ertrag eines vollen Jahres vor. Das ist der Moment, in dem am Gartenzaun konkret nachgefragt wird.
- 04
Wenn Speicher oder Wallbox dazukommen
Der Kunde ruft von sich aus an, weil er nachrüsten will. Er hat gerade bewiesen, dass er dir ein zweites Mal vertraut.
Zum Nachlesen
Was du dazu wissen solltest
Warum gekaufte Kontakte im Photovoltaik-Vertrieb teuer bleiben
Ein gekaufter Kontakt ist ein Fremder. Er hat ein Formular ausgefüllt, oft bei mehreren Anbietern gleichzeitig. Du rufst an und redest gegen die Wettbewerber und gegen den Preis. Ein verschenkter Kontakt startet anders: Er kommt über einen Menschen, dem er glaubt, und er hat die Anlage schon über den Zaun gesehen.
Rechenbeispiel mit offengelegten Annahmen: Du hast 200 abgeschlossene Anlagen im Bestand und sprichst über ein Jahr 100 Kunden an. Verschenken 20 davon tatsächlich und werden daraus 8 Erstgespräche, landest du bei einer angenommenen Abschlussquote von 25 Prozent bei zwei zusätzlichen Anlagen im Jahr. Ob sich das rechnet, hängt an deiner Marge je Anlage. Gemessene Quoten gibt es nicht: Es gibt heute einen Testkunden.
- Der Empfohlene kennt deine Arbeit schon, bevor er dich anruft.
- Er hat die Module vom Nachbargrundstück aus gesehen, nicht auf einer Vergleichsseite.
- Die Belohnung deines Kunden fließt erst nach dem Gespräch, der gekaufte Kontakt ist vorher bezahlt.
- Den ersten Schritt macht der Empfohlene, nicht du am Telefon.
Nach dem Netzanschluss fängt die interessante Zeit erst an
Die Anlage ist am Netz, und die Registrierung im Marktstammdatenregister steht an. Pflicht ist sie nach § 5 Abs. 1 MaStRV für den Betreiber, also für deinen Kunden, und zwar binnen eines Monats nach Inbetriebnahme (§ 5 Abs. 5 MaStRV). Übernimmst du sie als Service, hast du einen Anlass mehr, dich danach zu melden.
Danach hörst du meistens nichts mehr. Dabei läuft die Uhr weiter: Für Arbeiten an einem Bauwerk verjähren Mängelansprüche nach § 634a BGB in der Regel erst nach fünf Jahren. In diesen fünf Jahren zieht der Nachbar ein, baut der Bruder an, tauscht der Kollege die Ölheizung. Jedes dieser Ereignisse ist ein Auftrag, der ohne dich vergeben wird, weil niemand deinen Namen im Kopf hatte.
Dazu kommt: Die Anlage arbeitet sichtbar für dich. Nach zwölf Monaten liegt die erste Jahresabrechnung des Netzbetreibers vor, und dein Kunde hat zum ersten Mal eine belastbare Zahl statt einer Prognose. Wer seit dem Netzanschluss nichts von dir gehört hat, rutscht deshalb in der Liste nach oben statt in Vergessenheit.
Die Steuerregeln, über die deine Kunden ohnehin reden
Zwei Sätze bestimmen fast jedes Gartenzaungespräch über Photovoltaik. Der erste steht in § 12 Abs. 3 UStG: Für Lieferung und Installation beträgt der Steuersatz null Prozent, wenn die Anlage auf oder in der Nähe von Wohngebäuden installiert wird. Bis 30 kWp laut Marktstammdatenregister gelten die Voraussetzungen dafür als erfüllt.
Der zweite steht in § 3 Nr. 72 EStG: Einnahmen und Entnahmen bleiben einkommensteuerfrei bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit, insgesamt höchstens 100 kWp je Steuerpflichtigem. Je Einheit, nicht je Gebäude – beim Mehrfamilienhaus zählt jede Wohnung einzeln. Genau diesen Satz gibt der Nachbar am Zaun regelmäßig falsch wieder.
Wenn dein Kunde das Geschenk weitergibt, transportiert er diese Fragen gleich mit. Der Empfohlene kommt nicht mit „Was kostet das?“ ins Gespräch, sondern mit einer konkreten Frage zu seinem Dach. Vermittelst du zusätzlich Finanzierung oder Versicherung, greifen die Erlaubnis-Voreinstellungen: § 34c GewO für die Darlehensvermittlung, § 34i GewO bei grundpfandrechtlicher Besicherung, § 34d GewO für die Versicherung.
Zuletzt geprüft am 09. September 2026.
Häufige Fragen
Was Kollegen vorher wissen wollen
Häufige Fragen
Meine Kunden sind Bauherren, keine Finanzkunden. Passt die Software überhaupt?
Bestandsgold ist für Finanz- und Versicherungsberater gebaut, vorausgesetzt wird aber nur ein Bestand mit zufriedenen Kunden. Du liest deine Anlagenliste ein und pflegst Anrede, Kanal und Zufriedenheit. Die Erlaubnis-Voreinstellungen für § 34c, § 34d und § 34i GewO brauchst du nur, wenn du Finanzierung oder Versicherung mitvermittelst.
Ich habe nur Telefonnummern aus der Bauakte, kaum E-Mail-Adressen. Reicht das?
Für den Import reicht es, für den Versand nicht. Beim Einlesen legst du je Kunde den Kanal fest, und ohne erreichbaren Kanal bleibt der Kunde in der Liste stehen, statt angeschrieben zu werden. Der SMS-Versand ist noch nicht fertig, plane ihn also nicht als Ausweg ein.
Darf ich meinem Kunden etwas schenken, wenn er jemanden vermittelt?
Im reinen Anlagenverkauf bindet dich kein Provisionsverbot wie einen Berufsträger. Die Grenze zieht eher das Steuerrecht deines Kunden: Ein Dankeschön kann bei ihm zu Einkünften aus gelegentlicher Vermittlung nach § 22 Nr. 3 EStG führen, steuerfrei bleibt es nur unterhalb von 256 Euro im Kalenderjahr. Barzahlungen sind gesperrt, die hinterlegte Sachwertgrenze wird beim Speichern geprüft. Ob dein konkretes Dankeschön sauber ist, klärt im Zweifel ein Anwalt oder dein Steuerberater.
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