Was du damit zu tun hast
- Prüf vor dem Erlaubnisantrag, ob dein Berufsabschluss die Prüfung ersetzt. Das spart Monate.
- Plane für jede Erlaubnisart eine eigene Sachkunde ein, wenn du mehrere beantragst.
- Weise die Sachkunde auch für Mitarbeiter nach, die unmittelbar mitvermitteln oder mitberaten.
- Leg Prüfungszeugnis, Haftpflichtnachweis und Führungszeugnis gemeinsam zum Antrag. Die Kammer fragt alles zusammen ab.
Hintergrund
Die Prüfung hat einen schriftlichen und einen praktischen Teil. Schriftlich geht es um Recht, Produkte und Kundenberatung, praktisch um ein simuliertes Beratungsgespräch. Die Abschlüsse heißen „Geprüfter Versicherungsfachmann IHK“ für § 34d GewO, „Geprüfter Fachmann für Finanzanlagen IHK“ für § 34f GewO und „Geprüfter Fachmann für Immobiliardarlehensvermittlung IHK“ für § 34i GewO. Welche Inhalte abgefragt werden, steht in der Verordnung zur jeweiligen Erlaubnis.
Nicht jeder muss antreten. Bestimmte Berufsabschlüsse gelten als Sachkundenachweis, etwa aus der Ausbildung im Versicherungs- oder Bankgewerbe. Welche genau, listet die jeweilige Verordnung. Wer darunterfällt, legt der Kammer seinen Abschluss vor statt eines Prüfungszeugnisses. Die Sachkunde bleibt trotzdem je Erlaubnis getrennt: Wer für § 34d GewO geprüft ist, gilt für § 34f GewO nicht automatisch als sachkundig.
Zwei Verwechslungen kosten Zeit. Die erste: Sachkunde ist keine Weiterbildung. Die Prüfung legst du einmal ab. Eine laufende Weiterbildungspflicht gibt es nur in der Versicherungsvermittlung, nämlich 15 Stunden je Kalenderjahr nach § 34d Abs. 9 GewO. Dieselbe Vorschrift bringt die zweite: Sachkundig sein müssen auch die Beschäftigten, die unmittelbar an der Vermittlung mitwirken. Ob ein Abschluss die Prüfung ersetzt, entscheidet die Kammer.
Fundstellen
Die Gesetzestexte stehen beim Bundesministerium der Justiz, die Artikel der Datenschutz-Grundverordnung bei dsgvo-gesetz.de.
- Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Für deinen Einzelfall frag deinen Anwalt. ↩