Was du damit zu tun hast
- Prüfe vor jedem Anruf, ob die Einwilligung des Angerufenen vorliegt. Die Einwilligung des Empfehlers reicht nicht.
- Dokumentiere die Einwilligung in Telefonwerbung mit Datum, Wortlaut und Herkunft und bewahre sie fünf Jahre auf (§ 7a UWG).
- Lass den Empfohlenen den ersten Schritt machen. Wer selbst einen Termin bucht, hat zugestimmt; die Frage nach § 7 UWG entfällt.
Hintergrund
Kalt heißt: kein Vertrag, keine Anfrage, keine Einwilligung. Gemeint ist der Anruf bei einer gekauften Adresse. Die unaufgeforderte E-Mail, die Messenger-Nachricht und das Anschreiben im beruflichen Netzwerk fallen genauso darunter.
Maßgeblich ist § 7 UWG. Beim Verbraucher braucht der Werbeanruf dessen vorherige ausdrückliche Einwilligung (Absatz 2 Nr. 1). Bei sonstigen Marktteilnehmern genügt eine mutmaßliche Einwilligung, die sich aus dem erkennbaren Bezug zu deren Geschäft ergeben muss. Für E-Mail, SMS und Messenger gilt Absatz 2 Nr. 2 ohne diese Erleichterung. Für den Anruf ohne Einwilligung nennt § 20 UWG eine Geldbuße bis zu 300.000 Euro.
Auch ein Empfohlener kann ein Kaltkontakt sein. Hat er selbst nicht zugestimmt, ist der Anruf Kaltakquise, auch wenn der gemeinsame Bekannte ihn angekündigt hat.
Fundstellen
Die Gesetzestexte stehen beim Bundesministerium der Justiz, die Artikel der Datenschutz-Grundverordnung bei dsgvo-gesetz.de.
- Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Für deinen Einzelfall frag deinen Anwalt. ↩