Was du damit zu tun hast
- Trenne sauber, welche Erlaubnis welche Tätigkeit trägt: Objekt nach § 34c, Finanzierung nach § 34i, Absicherung nach § 34d GewO.
- Prüfe bei gewerblichen Finanzierungen zuerst, ob § 34i überhaupt greift.
- Halte die Berufshaftpflicht lückenlos: Sie muss den §§ 9 bis 11 ImmVermV entsprechen, und ihr Ende meldet der Versicherer der Behörde.
- Nutze die festen Termine aus dem Darlehen als Anlass für das nächste Gespräch: Auszahlung, Zinsbindungsende, Sondertilgung.
Hintergrund
Die Vorschrift gilt seit dem 21. März 2016 und setzt die europäische Wohnimmobilienkreditrichtlinie um. Davor lief die Vermittlung von Baufinanzierungen über § 34c GewO, mit deutlich geringeren Anforderungen. § 34i Abs. 2 GewO verlangt heute dieselben vier Punkte wie § 34d GewO: Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse, Berufshaftpflichtversicherung und Sachkunde. Als fünfter Punkt kommt die Hauptniederlassung oder der Hauptsitz im Inland dazu.
Die Abgrenzung zu § 34c GewO entscheidet über den Antrag. § 34c deckt die Vermittlung von Immobilien selbst und die Vermittlung von Darlehen, die keine Immobiliar-Verbraucherdarlehen sind, etwa den Ratenkredit. Wer ein Haus vermittelt und die Finanzierung dazu, braucht beide Erlaubnisse. Wer ausschließlich unabhängig berät und vom Darlehensgeber keine Zuwendungen annimmt, wird als Honorar-Immobiliardarlehensberater geführt (§ 34i Abs. 5 GewO). Beides zusammen geht nicht: Vermittlung und Honorarberatung schließen sich aus.
Zwei Punkte werden regelmäßig verwechselt. Der Begriff hängt am Verbraucher: Finanziert eine GmbH ihre Halle, ist das kein Immobiliar-Verbraucherdarlehen, und § 34i greift nicht. Außerdem ist Sachkunde etwas anderes als Weiterbildung. Die Prüfung richtet sich nach der Immobiliardarlehensvermittlungsverordnung. Eine laufende Weiterbildungspflicht wie in der Versicherungsvermittlung (§ 34d Abs. 9 GewO) kennt § 34i GewO nicht.
Fundstellen
Die Gesetzestexte stehen beim Bundesministerium der Justiz, die Artikel der Datenschutz-Grundverordnung bei dsgvo-gesetz.de.
- Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Für deinen Einzelfall frag deinen Anwalt. ↩