Was du damit zu tun hast
- Lies deine Courtagevereinbarung Zeile für Zeile: Höhe, Fälligkeit, Stornohaftung, Zuordnung des Bestands.
- Sag im Erstgespräch von dir aus, wie du vergütet wirst. § 15 VersVermV verlangt die Angabe ohnehin in deiner Erstinformation, und offen gesagt wirkt sie anders als nachgelesen.
- Lass dir die Maklervollmacht schriftlich geben und melde sie beim Versicherer an. Ohne Zuordnung fließt die Courtage weiter an den, der vor dir da war.
- Verwechsle Courtage nicht mit einer Zuwendung an den Kunden. Was du bekommst, ist erlaubt. Was du davon an den Versicherungsnehmer weitergibst, misst § 48b VAG. Ob dein Fall darunterfällt, klärt ein Anwalt.
Hintergrund
Das Wort stammt aus dem Französischen und meint dort schlicht den Maklerlohn. Im Handelsrecht heißt die Vergütung des Handelsmaklers ebenso. § 99 HGB regelt sogar, wer sie trägt, wenn die Parteien nichts vereinbart haben. Im Versicherungs- und Investmentvertrieb hat sich Courtage für dieselbe Sache eingebürgert.
Der Unterschied zur Provision liegt in der Rolle, nicht in der Höhe. Provision ist der Oberbegriff und kommt aus dem Handelsvertreterrecht: Der Versicherungsvertreter arbeitet für ein Unternehmen, § 92 HGB regelt seinen Anspruch. Den Makler beauftragt kein Anbieter, ihn beauftragt der Kunde. Was er bekommt, heißt deshalb Courtage.
Daraus folgt das häufigste Missverständnis: Wer zahlt, bestimme auch. Die Courtage kommt vom Versicherer, die Pflichten des Maklers laufen aber zum Kunden. Er muss nach Wünschen und Bedürfnissen fragen, beraten und den Rat begründen. § 61 VVG schreibt das vor, § 62 VVG regelt Zeitpunkt und Form der Dokumentation. Die Zahlungsrichtung ändert daran nichts.
Das zweite Missverständnis betrifft den Kunden: Courtagefrei ist nicht kostenlos. Die Vergütung steckt in der Prämie oder in den Produktkosten. Der Kunde zahlt sie, er sieht sie nur nicht auf einer eigenen Rechnung.