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Geschenke und Prämien

Wie viel darf ein Geschenk an einen Kunden kosten?

Kurz beantwortet

Eine einheitliche Wertgrenze für alle Geschenke und Empfehlungsprämien gibt es nicht. Zu prüfen sind Erlaubnis, Anlass, Empfänger und Gegenleistung. Die Geringwertigkeitsregel des § 48b VAG, der Betriebsausgabenabzug und eine mögliche Besteuerung beim Empfänger beantworten unterschiedliche Fragen.1

Ausführlich: Geschenke an Kunden: alle Grenzen für Makler

Bestandsgold · Zuletzt geprüft am

Die längere Antwort

Auf die Frage, wie viel ein Geschenk kosten darf, gibt es drei Antworten aus zwei Rechtsgebieten. Eine kommt aus dem Aufsichtsrecht und sagt, was du überhaupt geben darfst. Zwei kommen aus dem Steuerrecht und sagen, was du absetzen kannst und was dein Kunde versteuern muss. Wer sie verwechselt, verschenkt zu viel oder gar nichts.

15 Euro ist die aufsichtsrechtliche Grenze. § 48b VAG verbietet Versicherungsvermittlern jede Sondervergütung an Versicherungsnehmer, versicherte Personen und Bezugsberechtigte. Absatz 2 nimmt geringwertige Zuwendungen vom Begriff der Sondervergütung aus, und geringwertig heißt: höchstens 15 Euro je Versicherungsverhältnis und Kalenderjahr. Die Grenze gilt für das ganze Jahr. Zwei Präsente zu acht Euro reißen sie bereits.

50 Euro ist eine reine Abzugsgrenze. Nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG sind Geschenke an Personen, die keine Arbeitnehmer sind, nur bis 50 Euro je Empfänger und Jahr als Betriebsausgabe abziehbar. Ein teureres Geschenk bleibt erlaubt, kostet dich aber den Abzug. Eine Pauschalierung nach § 37b EStG kommt nur bei geeigneten Sachzuwendungen und erfüllten Voraussetzungen in Betracht. Eine vereinbarte Tippgeberprämie ist nicht automatisch erfasst.

Beim Empfänger ist zuerst die Einkunftsart zu klären. Nur wenn § 22 Nr. 3 EStG einschlägig ist, bleiben sämtliche Einkünfte dieser Art zusammen bei weniger als 256 Euro im Kalenderjahr steuerfrei. Ab 256 Euro entfällt diese Freigrenze. Das ist keine allgemeine Geschenkgrenze und keine Freigabe einer einzelnen Prämie.

In Bestandsgold legst du die angebotenen Sachgeschenke und bei Bedarf ein eigenes Jahresbudget je Empfehler fest. Eine allgemeine gesetzliche Grenze von 500 Euro gibt es hierfür nicht. Ein eingetragenes Budget ist deine betriebliche Vorgabe. Ob eine konkrete Empfehlungsbelohnung unter § 48b VAG fällt, ist ungeklärt und im Einzelfall zu prüfen. Die Software ersetzt diese Prüfung und die steuerliche Einordnung nicht.

  • Der Wert zählt je Empfänger und Kalenderjahr, über alle Empfehlungen zusammen.
  • Die Zahlen haben unterschiedliche Voraussetzungen: Eine Steuerfreigrenze ist keine aufsichtsrechtliche Erlaubnis.
  • Empfiehlt jemand dienstlich für seinen Arbeitgeber, gehen § 299 StGB und dessen interne Regeln jeder Wertgrenze vor.
  • Deine Gesellschaft oder dein Pool darf eine niedrigere Grenze setzen als das Gesetz.
  • Bargeld und Gutschriften auf die Prämie sind bei Versicherungsverträgen unabhängig vom Betrag der falsche Weg.

Worauf sich das stützt

§ 48b Abs. 2 VAG für die Geringwertigkeitsgrenze, § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG für den Betriebsausgabenabzug, § 37b EStG für die Pauschalsteuer auf Sachzuwendungen und § 22 Nr. 3 EStG für die Freigrenze beim Beschenkten. Die steuerliche Einordnung deines Falls macht dein Steuerberater.

Fundstellen

Die Gesetzestexte stehen beim Bundesministerium der Justiz, die Artikel der Datenschutz-Grundverordnung bei dsgvo-gesetz.de.

  1. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Für deinen Einzelfall frag deinen Anwalt. ↩

Dein Kunde sucht sich sein Dankeschön selbst aus

In Bestandsgold legst du fest, welche Geschenke es gibt und wann sie fällig werden. Übergeben wird erst, wenn du es bestätigt hast.

Wir melden uns persönlich bei dir. Alle Kosten siehst du vorab.