Die längere Antwort
Der übliche Satz lautet: „Kennen Sie noch jemanden, für den das interessant wäre?“ Damit verlangst du drei Dinge auf einmal. Dein Kunde soll im Kopf eine Liste durchgehen, fremde Kontaktdaten herausgeben und das Risiko tragen, dass ein Bekannter einen ungewollten Anruf bekommt. Deshalb sagen auch zufriedene Kunden höflich Nein. Sie schützen ihre Bekannten.
Dreh die Bitte um. Dein Kunde gibt dann nichts her, er verschenkt etwas. Er wählt selbst aus, wer es bekommt, und verschickt den Link über seinen eigenen Messenger. Du erfährst erst, wer dahintersteckt, wenn dieser Mensch sich von sich aus bei dir meldet.
Wörtlich klingt das so: „Herr [Nachname], eine Sache noch. Ich habe jeden Monat ein paar Erstberatungen, die ich verschenke. Wenn Ihnen jemand einfällt, dem das gerade weiterhelfen würde, schicke ich Ihnen den Link und Sie geben ihn weiter. Von mir kommt kein Anruf. Derjenige meldet sich selbst, wenn er möchte.“ Danach schweigst du.
Wann der richtige Moment ist, welche Einwände kommen und welche rechtlichen Grenzen gelten, steht ausführlich im Artikel zur Empfehlungsfrage.
- Der Anlass: warum du gerade heute fragst, so, dass dein Kunde es selbst merkt.
- Das Geschenk: eine Erstberatung, die dein Kunde weitergibt.
- Die Grenze: Du rufst niemanden an, der Empfohlene meldet sich selbst.
- Die Pause: nach der Bitte still sein und die Antwort abwarten.
Worauf sich das stützt
Der Umweg über den Kunden hat einen rechtlichen Grund: Nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG ist ein Werbeanruf bei einem Verbraucher ohne dessen vorherige ausdrückliche Einwilligung unzulässig. Ein Name, den dir dein Kunde nennt, ist keine solche Einwilligung.
Fundstellen
Die Gesetzestexte stehen beim Bundesministerium der Justiz, die Artikel der Datenschutz-Grundverordnung bei dsgvo-gesetz.de.
- Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Für deinen Einzelfall frag deinen Anwalt. ↩