Die längere Antwort
Dass ein Empfohlener nicht abschließt, ist ein üblicher Ausgang. Deine Pflichten ändern sich dadurch nicht. Du hast beraten, also dokumentierst du: den Anlass, den Wunsch des Kunden, deinen Rat und die Begründung. Diese Dokumentation schützt dich Jahre später, gerade dann, wenn nichts zustande gekommen ist.
Die empfohlene Einstellung zählt stattgefundene Gespräche. Alternativ lässt sich in Bestandsgold ein Vertragsabschluss als Zählbedingung einstellen. Maßgeblich sind die dem Empfehler zugesagten Bedingungen und die nötige Anzahl erfolgreicher Empfehlungen. Eine spätere Änderung darf eine geschützte laufende Zusage nicht still ersetzen. Was du überhaupt geben darfst, hängt zusätzlich an deiner Erlaubnis und der konkreten Gestaltung.
Deinem Kunden gegenüber gilt Schweigen über die Inhalte. Du darfst bestätigen, dass der Termin stattgefunden hat, mehr nicht. Was besprochen wurde, ob es einen Vertrag gibt, welche Summen im Raum standen: nichts davon geht den Empfehler etwas an. Auch ein „hat leider nicht geklappt“ ist schon eine Aussage über den Empfohlenen. Bedanke dich, ohne zu berichten.
Setz eine Wiedervorlage, aber prüfe vorher, worauf du dich beim nächsten Kontakt stützt. Der Empfohlene hat sich einmal selbst gemeldet. Daraus wird keine dauerhafte Erlaubnis für Werbeanrufe. Halte fest, was er dir für welchen Kanal erlaubt hat, und notiere den Grund für den nächsten Kontakt: ein Vertragsende, ein Termin, den er selbst genannt hat, eine offene Frage.
Zum Schluss der unbequeme Teil. Häufen sich Gespräche ohne Ergebnis, liegt es selten am Empfohlenen. Dann stimmt meist die Erwartung, mit der er in den Termin geht. Prüfe, was in der verschenkten Erstberatung versprochen wird und ob der Empfehler dieselbe Erwartung weitergibt. Zähle deshalb neben den Abschlüssen auch, wie viele Empfohlene überhaupt erscheinen.
- Gesprächs- oder Abschlussmodus und die zugesagte Geschenkschwelle prüfen.
- Beratung dokumentieren, auch ohne Abschluss.
- Dem Empfehler danken, ohne Inhalte zu nennen.
- Wiedervorlage mit Anlass und dem Kanal setzen, für den eine Einwilligung vorliegt.
Worauf sich das stützt
Die Beratungs- und Dokumentationspflicht des Versicherungsvermittlers steht in § 61 VVG, die Erlaubnis selbst in § 34d GewO. Was du dem Empfehler geben darfst, richtet sich für Versicherungsvermittler nach § 48b VAG, der Sondervergütungen an Versicherungsnehmer, versicherte Personen und Bezugsberechtigte untersagt. Werbeanrufe bei Verbrauchern brauchen eine vorherige ausdrückliche Einwilligung nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG, jede weitere Verarbeitung der Daten eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO.
Fundstellen
Die Gesetzestexte stehen beim Bundesministerium der Justiz, die Artikel der Datenschutz-Grundverordnung bei dsgvo-gesetz.de.
- Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Für deinen Einzelfall frag deinen Anwalt. ↩