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Bestand und Kundenbindung

Software für Versicherungs­makler: welche Programme ein Büro braucht

Vom Maklerverwaltungsprogramm bis zur Terminbuchung: welche Arten von Software es gibt, was jede leistet und woran du eine gute Wahl erkennst.

Bestandsgold · Zuletzt geprüft am · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Den Kern jedes Maklerbüros bildet das Maklerverwaltungsprogramm, kurz MVP. Darin liegen Kunden, Verträge, Dokumente und die Courtage.
  • Dazu kommen je nach Arbeitsweise Vergleichsrechner, eine Lösung für die Beratungsdokumentation, ein CRM für den Vertrieb, eine Terminbuchung und ein Weg, um Empfehlungen aus dem Bestand zu gewinnen.
  • Prüf jede Software auf drei Dinge, bevor du dich bindest: Kommst du mit deinen Daten wieder heraus, wer verarbeitet sie wo, und was kostet sie über die ganze Laufzeit?
Inhalt dieses Beitrags

Das Makler­verwaltungs­programm ist der Kern

Im MVP steht dein Bestand: Kunden mit ihren Verträgen, Schäden, Dokumenten und dem Schriftverkehr. Dazu kommt die Abrechnung der Courtage. Viele Programme holen Vertrags- und Dokumentendaten der Versicherer über standardisierte Schnittstellen ab, damit du sie nicht abtippen musst.

Weil fast alles andere auf diesen Daten aufbaut, wechselst du ein MVP ungern. Umso wichtiger ist die Prüfung vorher. Frag nach den Abläufen, die dich heute Zeit kosten. Die längste Funktionsliste hilft dir dabei wenig.

  • Welche Versicherer liefern Daten automatisch, und wie oft?
  • Wie kommen deine bestehenden Kunden und Verträge hinein, und wer übernimmt den Umzug?
  • Kannst du alle Daten jederzeit vollständig exportieren, in einem Format, das andere Programme lesen?
  • Wie sind Rechte für Mitarbeiter geregelt, wenn dein Büro wächst?

Vergleichs­rechner und Beratungs­dokumentation

Als Makler legst du deinem Rat nach § 60 Abs. 1 VVG eine hinreichende Zahl von Verträgen und Versicherern zugrunde. Vergleichsrechner helfen dabei, sie ersetzen aber nicht die Auswahl. Achte darauf, welche Tarife ein Rechner überhaupt kennt und wie aktuell sie sind.

Den Rat musst du nach § 61 Abs. 1 VVG begründen und dokumentieren. Nach § 62 Abs. 1 VVG bekommt der Kunde die Dokumentation vor dem Abschluss des Vertrags in Textform. Eine gute Software führt dich durch die Bedarfsfragen und erzeugt daraus das Protokoll. Was darin steht, verantwortest trotzdem du.

CRM: wenn das MVP für den Vertrieb nicht reicht

Ein MVP kennt Verträge. Ein CRM kennt Gespräche, Interessenten und Wiedervorlagen. Für ein kleines Büro reichen oft die Wiedervorlagen im MVP. Ein eigenes CRM lohnt sich, wenn du viele Interessenten gleichzeitig betreust, im Team verkaufst oder Kampagnen planst.

Für jede Ansprache zu Werbezwecken braucht es eine Grundlage. Wer per E-Mail oder Messenger wirbt, braucht nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG grundsätzlich die vorherige ausdrückliche Einwilligung des Empfängers. Für E-Mails an Bestandskunden gibt es die enge Ausnahme in § 7 Abs. 3 UWG mit vier Bedingungen. Eine Einwilligung musst du nach Art. 7 Abs. 1 DSGVO nachweisen können. Ein CRM, das Einwilligungen nur als Freitext kennt, hilft dir dabei nicht.

  • Speichert die Software Einwilligungen je Kanal, mit Datum und Wortlaut?
  • Sperrt sie einen Kunden nach einem Widerspruch für jede weitere Ansprache?
  • Zeigt sie dir für jeden Kunden den letzten Kontakt?

Termine, E-Mail und Telefon

Eine Online-Terminbuchung spart die drei Mails, bis ein Termin steht. Sie gehört an jede Stelle, an der ein Kunde oder Interessent mit dir sprechen will: auf die Website, in die Signatur, in die Bestätigung nach dem Jahresgespräch. Wichtig ist die Verbindung zu deinem Kalender, damit nichts doppelt belegt wird.

E-Mail-Programme und Telefonanlagen gehören zur Grundausstattung. Prüf bei beiden, wo die Daten liegen und wer mitliest. Für Newsletter gelten dieselben Regeln wie für jede Werbung per E-Mail.

Empfehlungen: die Lücke zwischen MVP und CRM

MVP und CRM beantworten zwei Fragen nicht: Welcher Kunde ist gerade in der Stimmung, dich weiterzuempfehlen? Und wen hast du schon gefragt? Ohne diese beiden Antworten bleibt die Empfehlung ein guter Vorsatz für den Jahresendspurt.

Dafür gibt es Bestandsgold, als Ergänzung zu deinem MVP. Deine Kunden liest du per CSV- oder Excel-Datei ein. Verträge und Policen bleiben im MVP, eine laufende Synchronisierung gibt es nicht. Bestandsgold schlägt dir jeden Tag Kunden mit passendem Anlass vor, du gibst jede Anfrage frei, und dein Kunde verschenkt über seinen Link ein Erstgespräch mit dir. Termine kommen über die eigene Buchungsseite oder über einen angebundenen Terminbuchungsdienst.

Datenschutz gilt für jede Software

Fast jedes dieser Programme verarbeitet Kundendaten bei einem Anbieter. Tut er das in deinem Auftrag, brauchst du nach Art. 28 DSGVO einen Vertrag mit ihm, der Gegenstand, Dauer, Zweck und die Pflichten regelt. Frag außerdem, in welchem Land die Daten verarbeitet werden. Liegt es außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums, gehört das in deine Datenschutzerklärung.

Nach Art. 32 DSGVO triffst du Maßnahmen, die zum Risiko passen. In der Praxis gehören dazu eine Anmeldung mit zweitem Faktor, Rechte nach Rolle und keine Kundenlisten in privaten Cloud-Ordnern.

So wählst du aus

Fang beim Ablauf an. Schreib auf, was in deinem Büro von der ersten Anfrage bis zur Policierung passiert und wo es hakt. Dann such für genau diese Stelle eine Lösung.

  • Teste mit echten Abläufen und Testdaten. Die Präsentation des Anbieters zeigt dir nur den besten Fall.
  • Rechne die Kosten über die Mindestlaufzeit, mit Einrichtung und Zusatzmodulen.
  • Lies die Kündigungsfrist und frag, in welcher Form du deine Daten danach bekommst.
  • Frag Kollegen mit ähnlich großem Bestand, was sie nach einem Jahr noch nutzen.

Fundstellen

Die Gesetzestexte stehen beim Bundesministerium der Justiz, die Artikel der Datenschutz-Grundverordnung bei dsgvo-gesetz.de.

Häufige Fragen

Welche Software brauche ich als Versicherungsmakler?

Unverzichtbar sind ein Maklerverwaltungsprogramm für Bestand und Courtage und ein Weg, die Beratung nach § 61 VVG zu dokumentieren. Vergleichsrechner, CRM, Terminbuchung und eine Lösung für Empfehlungen kommen dazu, wenn dein Ablauf sie braucht.

Was ist ein Maklerverwaltungsprogramm?

Die zentrale Software eines Maklerbüros. Sie verwaltet Kunden, Verträge, Schäden und Dokumente, rechnet die Courtage ab und holt Daten der Versicherer über Schnittstellen ab. Kurz heißt sie MVP.

Brauche ich neben dem MVP ein CRM?

Nicht zwingend. Reichen dir die Wiedervorlagen im MVP, bleib dabei. Ein eigenes CRM lohnt sich, wenn du viele Interessenten parallel betreust, im Team verkaufst oder Einwilligungen sauberer festhalten willst, als dein MVP es kann.

Gibt es kostenlose Software für Versicherungsmakler?

Einige Maklerverbünde und Pools bieten ihren Partnern ein eigenes MVP an. Frag vor der Entscheidung, woran die Nutzung geknüpft ist und was mit deinen Daten passiert, wenn du den Verbund verlässt.

Ersetzt Bestandsgold mein Maklerverwaltungsprogramm?

Nein. Verträge, Policen und Courtage bleiben im MVP. Bestandsgold übernimmt deine Kunden per CSV- oder Excel-Datei und kümmert sich um einen Teil, den das MVP nicht abdeckt: wann du welchen Kunden um eine Empfehlung bittest und wie daraus ein Erstgespräch wird.

Jeden Tag die passenden Kunden

Bestandsgold schlägt dir täglich Kunden aus deinem Bestand vor, bei denen sich die Frage gerade lohnt. Du gibst jede Anfrage frei.

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